Workshops

Schwimmen Lernen im Wellengang

– Ein Prozess-, Reflektions- und Übungsraum zu Konflikt, Nervensystem und Community.

In kleiner, vertrauter werdender Gruppe von maximal 12 Menschen, über 5 Termine, begleitet durch Mo und Gregöre, die seit 7 Jahren Menschen in Konflikten begleiten und sich an euren Fragen, Herausforderungen und Wachstumswünschen orientieren wollen.


Konflikt ist kein Ausnahmezustand, sondern das Wasser, in dem wir schwimmen, sobald wir mit anderen Menschen etwas verändern wollen. Die wenigsten von uns lernen aber schwimmen, bevor wir ins Wasser geworfen werden. Viele von uns kennen das aus teils sehr schmerzhaften und beängstigenden Erfahrungen: Gruppen, die politisch viel bewegen wollen und an Konflikten zu zerbrechen drohen. Körper, die schon angespannt sind, noch bevor ein weiterer Austausch denkbar wird. Communities, in denen sich Menschen gegenseitig das Wort nehmen, statt gemeinsam zu wachsen. Und die leise Angst, dass es innerhalb kürzester Zeit deutlich größer wird, wenn es mal wieder kracht, und Menschen unsere Communities verlassen oder gar nicht erst hinein wachsen.

Wir glauben, dass das keine Charakterfehler sind, sondern Nervensysteme, die auf mit Marginalisierung einhergehende kollektive Wunden reagieren. Und die einfach noch nicht genügend Zeit hatten, um das Schwimmen in einem geschützteren Rahmen zu lernen, schmerzhafte Erfahrungen für das nächste Mal gut reflektieren und integrieren zu können. Wir glauben außerdem, dass diese Skills in den nächsten Jahren, mit wachsendem Druck von außen, noch wichtiger werden.

Genau an diesen Punkten wollen wir mit euch in unserem neuen Mini-Fortbildungsformat ansetzen.

Worum es geht

Wir verbinden Konfliktarbeit mit somatischer Praxis. Wir schauen uns an, wie unsere Nervensysteme in Gruppen reagieren, was Eskalation mit unserem Körper macht, und wie wir Ressourcen aufbauen, bevor wir sie mitten im stürmischen Wellengang brauchen werden.

Themen und Fragen, die uns dabei begleiten:

  • Wie merke ich, dass ich in einen Konflikt komme, oft bevor ich es kognitiv realisiere?
  • Was für Theorien und Praxen sind wichtig zum autonomen Nervensystem im Konflikt?
  • Warum fühlen sich Gruppenräume manchmal körperlich anspannend an, noch bevor Inhalte verhandelt werden?
  • Was zeigen uns das Lernzonen-Modell und das Window of Transformation als Landkarten für Veränderung?
  • Was sind wichtige Strategien und Tools, die im Konflikt tatsächlich greifbar und nützlich sind?

Unsere Wurzeln liegen unter anderem bei Personen wie Kai Cheng Thom, Verfahren wie Mediation und ATCC, in Transformative Justice.

Wie wir arbeiten

Wir nutzen erfahrungsorientierte Körperarbeits-Praxen, Schreibübungen, Aufstellungen, Szenarien- und Beispielarbeit, theoretische Inputs, sowie Räume für Erfahrungsaustausch und zum Ausprobieren.

Bewegung und Wahrnehmung kommen bei uns immer vor, nach und mit kopflastigerer Reflexion.

Alle Übungen sind Einladungen und nicht verpflichtend, mit der unterstützten Herangehensweise, dass ihr sie für euch, eure Körper und Erfahrungshintergründe anpassen und modifizieren könnt – das ist für uns Voraussetzung und Konsequenz aus der Arbeit, die wir machen wollen.

Wir lösen Spannungen nicht vorschnell auf. Ambiguität auf eine neue Weise tolerieren zu können ist für uns Teil der Übung und kein Fehler im Prozess.

Der Rahmen

Bis zu 12 Personen, 4 Nachmittags-Termine à 3 Stunden plus 1 längerer Wochenend-Termin à 6 Stunden, in einem schönen Raum im Leipziger Westen.

  • 16. September 16 – 19 Uhr
  • 30. September 16 – 19 Uhr
  • 10. Oktober 13 – 20 Uhr
  • 11. November 16 – 19 Uhr
  • 18. November 16 – 19 Uhr

Kosten

Wir arbeiten mit einer solidarischen Preisstaffelung, damit dieses Format nicht an eurem Kontostand scheitert.

  • Kategorie 1: 325–415€
  • Kategorie 2: 415–485€
  • Kategorie 3: 485–575€

Zwei Plätze in Kategorie 1 sind von Anfang an reserviert. Sobald ein Platz in Kategorie 3 gebucht wird, wird ein weiterer Platz in Kategorie 1 frei. Sollten die Preis für euch nicht möglich sein, meldet euch sehr gerne bei uns und wir finden bestimmt eine gute Lösung.

Begleitet von

Mo: begleitet seit 2020 Gruppen in Konflikten und Veränderungsprozessen und webt darin Wissen über Körper und Nervensystem ein. Mo springt gern ins kalte Wasser aber stürmische See ist Mo nicht geheuer. Mo ist weiß, queer, trans* nicht binär, lebt mit chronischen Schmerzen und Krankheit, macht keine Antisemitismus, Fatshaming und Klassismus Erfahrung.

Gregöre: begleitet seit 7 Jahren Menschen, Gruppen und Kollektive in Konflikten, Übergängen und intensiven Lernprozessen, und verbindet dabei Mediation und Prozessarbeit mit körperbasiertem, machtkritischem Wissen. Gregöre mag Räume, in denen Unterschiedlichkeit getragen wird und Klarheit neben Verletzlichkeit bestehen darf, das gilt für ihre Arbeit genauso wie für ihr Leben. Gregöre ist ostdeutsch, klassismuserfahren, weiß, goj, transfeminin, autistisch mit vermutetem ADHD neurodivergent und chronisch krank.

Anmeldung und Rückfragen an: [Kontakt]


Transition, Trauer und Torte

Das Seminar lädt alle Menschen aus dem tina* Spektrum ein, die Erfahrungen mit Transition_en gemacht haben. Transitionen können in uns, sozial, in der (Wahl)Familie, medizinisch, körperlich, spirituell, gesetzlich-bürokratisch und sicherlich auch noch auf vielen weiteren Ebenen stattfinden.
Wir gehen davon aus, dass mit allen diesen Formen von Transition herausfordernde Gefühle (Trauer, Hilflosigkeit, Abschiedsschmerz, Scham, Angst, Ärger, Schmerz, Wut, innere Leere, …) einhergehen können und wollen diesen im Seminar bewusst und gemeinschaftlich Raum geben.
Wir wollen uns ausreichend Zeit für unterschiedliche Zugänge (Kopf, Herz & Bauch) nehmen. Dazu gehört der Austausch über unseren eingeübten Umgang und Strategien mit herausfordernden Gefühlen, eine Traumreise mit anschließender Selbstreflektions- und Integrationsphase und einfache Körperübungen. Mit freiem Tanz, Schütteln oder anderen angenehmen Bewegungen, wollen wir das Gelernte bewegen, be_verarbeiten. Journaling, kreatives & assoziatives Schreiben wird uns durch das Wochenende begleiten.
Wir laden euch zu Ritualen ein, um loszulassen.
Neben den „schweren“ Gefühlen wird es auch Raum für queer/ tina* joy und einen community space geben mit Essen, Spielen, Feuer, vielleicht Sauna oder Feiern.
Alles, was wir anbieten, ist immer ein Angebot, zu denen es Alternativen gibt. Auch Abwandlungen oder (gemeinsames) Pausieren sind immer möglich.

mit Gregöre Hamann und Joris Gregor


Körper im Konflikt

Was passiert in unseren Körpern wenn wir uns streiten? Warum rast unser Herz, wird der Kopf rot, wird uns ganz eng in der Brust – oder erinnern uns nach dem Konflikt kaum an das Gesagte?

In diesem Workshop werfen wir einen genaueren Blick auf die Vorgänge in unserem Gehirn und Nervensystem in Konflikten. Mit einer Mischung aus Wissensvermittlung, Körperpraktiken und Selbstreflexion nähern wir uns der Frage, wie wir in Konflikten so gut wie möglich für uns selbst und unser Gegenüber sorgen können.

Zu uns:
Mo (keine Pronomen) arbeitet seit 5 Jahren als Mediator*in und Prozessbegleiter*in und forscht, wie sich Wissen über Körper und Nervensystem in diesen Kontexten einflechten lässt.
Svenja (sie/—) beschäftigt sich seit 15 Jahren mit Körper(-arbeit), Atmung, Wahrnehmung und Kommunikation – sowohl als freischaffende Theatermacherin, als auch als Yogalehrende und angehende Heilpraktikerin.


Queer_feministische Utopienwerkstatt

Wie könnte eine post-patriarchale Gesellschaft aussehen? In der Utopienwerkstatt wollen wir gemeinsam versuchen, uns Bildern einer geschlechtergerechten Zukunft anzunähern. Dabei bewegen wir uns que(e)r zu den Themenfeldern Fürsorge & Lohnarbeit, Beziehungen, Elternschaft und Sexualität. Nach einem gemeinsamen Einstieg gibt es parallel verschiedene Methodenangebote, um sich mit bestehenden feministischen Utopien auseinander zu setzen oder selbst utopische Skizzen zu entwerfen. Am Ende des Workshops werden wir die Ergebnisse zu einem Mosaik zusammenführen und uns über Gemeinsamkeiten bzw. Unterschiede in unseren Vorstellungen von Utopie austauschen. Der Workshop ist offen für alle Geschlechter.

Mi 11.08.2021 | 10:30 – 12:30

Klimacamp Rheinland | WSZ 02

mit: Lexy, Bildungskollektiv „Herrschaftsfreie Welt-/Beziehungen“ und Mo


Kritische Männlichkeit*en

Die Lust am Zweifeln

Die vorherrschenden Vorstellungen von Männlichkeit verursachen Gewalt gegenüber Frauen und queeren Menschen. Gleichzeitig werden auch Männer von allzu engen Geschlechternormen eingeschränkt. Dieser Workshop möchte dazu einladen, beide Perspektiven miteinander zu verbinden: die Kritik an (der eigenen Mitwirkung in) patriarchalen Strukturen und das lustvolle Experimentieren im Bezug auf Geschlechtsidentitäten. Mithilfe von auto-biographischer Reflexion, kurzen Impulsen und Rollenspielen vermittelt der Workshop ein Grundverständnis davon, was Männlichkeit eigentlich ist, wie sie wirkt und wie wir uns ihrer Macht widersetzen können. Der Workshop ist offen für alle Geschlechter.

Fr 13.08.2021 | 14:30 – 16:30

Klimacamp Rheinland | WSZ 01

mit: Lexy vom Bildungskollektiv „Herrschaftsfreie Welt-/Beziehungen“ und Mo


Klassismus & Wir

Du hast von Klassismus noch nicht viel Ahnung? Du bist dir unsicher, welchen Klassenhintergrund du eigentlich hast? Du willst dich schon lange mal mit Menschen zu Klassismus und deinen Erfahrungen austauschen?
Dann komm zu unserem online Workshop am 2. Februar 2021 von 17 – 19.30 Uhr.
Wir sind Gregöre und Mo und setzen uns seit einiger Zeit aus unterschiedlichen Perspektiven mit Klassismus auseinander. Im Workshop wollen wir vor allem euch einen Raum geben, um euch anhand eurer Biographien dem Begriff Klassismus und eurer eigenen sozialen Herkunft anzunähern. Aber keine Sorge vor Entblößung und Scham – alles ganz nach dem Prinzip alles kann, nichts muss.
Hast du Interesse? Dann melde dich verbindlich an unter klassismus-workshop@riseup.net (max. 16 Teilnehmer*innen).


Umverteilung als politische Praxis

Mit wem würdest du dein Geld teilen? Mit wem nicht? Was sind Chancen von finanzieller Umverteilung? Diesen und noch mehr Fragen wollen wir uns in dem Workshop widmen und gemeinsam in Selbstreflexion aber auch in einen Austausch über die politische Praxis kommen. 


Dauer: ca. 2 h, Sprache: DE (EN möglich)



Solidarisch zusammen Wirtschaften

Wir wollen ein gutes Leben für alle aber niemand spricht über Geld? Im Freund*innenkreis können sich nicht alle gleich viel leisten, aber Umverteilen ist kompliziert? Wir wollen gemeinsam kämpfen, aber stattdessen vereinzelt uns der Zwang arbeiten gehen zu müssen?

Wir wollen mit euch über Gemeinsame Ökonomien (kurz: GemÖk) sprechen, und schauen inwiefern wir darin Antworten auf diese Herausforderungen finden können. Das bedeutet: Geld teilen, solidarisch miteinander wirtschaften und Leben gestalten.

Es geht um Kapitalismuskritik, Erfahrungen in und Potential von GemÖks und um Fragen der praktischen Umsetzung des gemeinsamen Wirtschaftens.